Moonshine ist Familiensache!

So war es immer und so wird es hoffentlich auch noch für eine sehr, sehr lange Zeit bleiben! Aber vielleicht erst einmal der Reihe nach ….

Unser Moonshine Rezept, bzw. Rezepte wenn wir über verschiedene Sorten sprechen, geht als Familiensache weit zurück. Leider hat sich in den Anfängen in Kentucky niemand die Mühe gemacht, die Rezepte niederzuschreiben – als Familiensache der Andersons wurde alles mündlich weitergegeben. Natürlich ist es auch nicht ganz unwahrscheinlich, dass der gute Wille zum Niederschreiben zwar da war, aber nach einer anständigen Verkostung alle zu voll waren, das Wesentliche niederzuschreiben. Sei dem auch wie. Das erste niedergeschriebene Rezept finden wir dann am Ende des 19 Jahrhunderts – stil-unecht auf den letzten Seiten eines Kochbuchs gekritzelt und schwer zu entziffern. Aber für Brennereien für die Familie und Freunde und Verwandte wurde es ja auch eigentlich nicht wirklich gebraucht – hier brannte man weiterhin noch nach Erfahrung. 

Einige Zeit und manche Jahre später findet sich unser Moonshine im Rahmen der Umsetzung des Volstead Acts wieder. Was ist das für ein Akt? Die Prohibition, also das Gesetz das so ziemlich alles in Bezug auf Alkohol verboten hat. War natürlich eine äußerst doofe Idee, aber nun gut, es wurde durchgezogen. Die Prohibition wurde am 17.01.1920 ins Leben gerufen und anstatt die USA zu einer frommeren und trockenen Gesellschaft zu machen, war der Effekt mehr als gegenteilig. Der Bedarf nach Spirituosen änderte sich natürlich nicht, nur weil ein paar alte Schachteln und Frömmler meinten, es wäre so. Stattdessen gab es neue Möglichkeiten (nun) illegal Geld zu verdienen und das Verbrechen hat nicht lange auf sich warten lassen. Gewalt, Gangs und Guns kamen richtig in Fahrt bis im Dezember 1933 die ganze Prohibitions-Nummer in die Tonne gehauen wurde. Eine neue Bundesbehörde nahm sich dem Thema Alkohol an und es durfte wieder produziert und genossen werden.  

Was bei Chicago Spirit, bzw. den Andersons während dieser Zeit passierte … naja, was soll man sagen? Die Aufzeichnungen, Erinnerungen und Nachweise aus dieser Zeit sind überraschend dünn bzw. nicht existent. Fast, aber auch nur fast, ist der aufmerksame Beobachter geneigt festzuhalten, dass hier wohl fleißige Hände am Werk waren, einiges aus der Vergangenheit zu tilgen. Heutzutage lässt sich das alles nur noch schwer nachvollziehen, aber wenn man Ur-Urgroßvater Theodore Anderson halb verständlichen Gemurmel Glauben schenken darf, haben in diesen Jahren scheinbar viele Fremde unseren Moonshine genießen dürfen und die Marke „Chicago Spirit“ hat ihren rechtmäßigen Grundstein in diesen wilden Jahren. Gut gut, Theodore, wir denken uns unseren Teil und fragen auch nicht mehr nach. 

Mit dem Ende der Prohibition mussten sich viele fragen, ob sie weiterhin Gangster sein wollen oder ob diese wilden Jahre eine Sturm und Drang Phase waren. Mimmy bzw. Margaret, Theodores Frau, hatte dazu eine ganz klare Meinung und im Handumdrehen war die Diskussion vorbei, bevor die jemals wirklich gestartet hat. Unser Moonshine kehrte daraufhin in den ruhigen Schoß der Andersons zurück. Und hier würde unser Moonshine auch weiterhin als Familiengeheimnis von Generation zu Generation weitergereicht werden, wenn wir uns nicht entschieden hätte, die Geschichte des Chicago Spirit neu zu beleben und unserem Rezept zu neuem Ruhm und Glanz zu verhelfen. 

Wir hoffen, die lange Reise über zwei Jahrhunderte hat sich gelohnt und Sie genießen unser Familienrezept. 

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