Sommer in der Stadt … ?

Jedes Jahr das gleiche Spiel. Der Frühling geht mehr oder weniger langsam in den Sommer über. Eigentlich ja eine nette Sache, aber halt auch nicht nur: Wahrscheinlich ist der Sommer 2018 noch vielen in Erinnerung. Mir auf jeden Fall, denn wochenlang verharrte des Thermometer jenseits der 35 Grad Grenze und angekündigte und wahrlichst heiß ersehnte Gewitter oder Regengüsse waren wie Yoko Onos Musikkarriere – ein ziemlicher Reinfall!  

Dieses Jahr ist es erfreulich entgegen den Erwartungen bisher vergleichsweise moderat geblieben. Ja, sicherlich ätzen die Vögel hinter den Radiomikrophonen jeden Morgen irgendwas von wegen, dass es ja hoffentlich „bald wieder schöner wird“, aber was verstehen die schon von Wetter und wie man das findet. Das Grundproblem ist, dass man der Hitze nur bedingt entkommen kann. Kälte kann mal mit dem Zwiebelprinzip kontern, bei Hitze ist man halt irgendwann nakkich und muss sich der Witterung befindungslos ergeben. 

Daher stellt sich die Frage: Ist Sommer in der Stadt was Gutes oder eine doofe Lebensentscheidung? 

Schauen wir mal konkreter hin. Sommer bedeutet natürlich Sonnenbaden (wenn man denn bräuner werden möchte) und laue Nächte. Ein Eis auf die Hand ist natürlich auch was Schönes und Fahrradfahren macht auch mehr Laune, wenn man danach die Finger noch spüren kann. Sowieso spielt sich das Leben zum großen Teil auf der Straße, in Cafes, Bars und in Parks ab. Man kann abends draußen sitzen, einen anständigen Drink in der Hand haben und hoppla, das Leben kann doch ganz schön sein. Grillen ist natürlich auch etwas Feines.

Dafür muss man es aber leider erst mal bis abends schaffen! Leider sind Klimaanlagen immer noch eine Seltenheit und wenn man sich noch einen Rest Anstand bewahren möchte, kann man im Büro nicht rumlaufen wie Micaela Schäfers (oder wie auch immer dieses scheußliche Stück Plastik heißt … auf Wikipedia steht u.a. Schauspielerin – kein Witz!). Produktiv sein unter erschwerten Bedingungen. Und man muss es erst einmal ins Büro schaffen. UBahn, SBahn und Bus sind eine extra miese Herausforderungen und wenn man daran denkt, dass Riechen wie Schmecken funktioniert …. nein, wir denken lieber nicht daran! Level-up Schlimm wird es, wenn Leute sich dazu noch nach ihren Phantasiekörpern kleiden und nicht nach dem, den sie sich selbst untergejubelt haben.

Daher stellt sich die Frage: Ist der Sommer auf dem Land die Lösung? Ja und aber auch nein. Natürlich sehr geil auf dem Land ist der Platz und ein eigener Garten in dem man walten kann, wie es einem beliebt. Also an die Badehose, Planschbecken in den Garten, Longdrink mit Chicago Spirit Moonshine mit  in die Hand und schon kann das Thermometer fast machen was es will. Oder rauf aufs Rad, ab zum nächsten (Bagger-)See und da schön rumschimmeln. Auch im Wald kann man es ganz gut aushalten. Dafür fehlt auf dem Land leider häufig die Cafe- und Barkultur im Sommer, vieles passiert zuhause und man hat nicht die vielen Optionen für allerlei sozialen Krimskrams.   

Was lernen wir also daraus? Schwitzen macht keinen Spaß, aber irgendwie muss man das Beste daraus machen. Lasst euch den Sommer nicht zu lang werden!